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Soziale Verantwortung

Aus Liebe zu Kindern

Photo: Privat

Sie sind der wohl bekannteste Kinderbuchautor Ihrer Zeit und inspirieren seit vielen Jahren mit Ihren Geschichten – woher kommt diese Liebe zu Kindern?

Geschichten für Kinder schreiben wollte ich bereits, als ich selbst noch ein Kind war. Den genauen Grund kenne ich nicht. Was mich an Kindern fasziniert ist Ihre Offenheit, Neugier und Begeisterungsfähigkeit. Eigenschaften, die wir uns auch als Erwachsene erhalten sollten.

Wie können wir Ihrer Meinung nach Kinder noch besser fördern?

Meiner Beobachtung nach brauchen Kinder vor allem mehr Freiraum, mehr Platz, mehr Möglichkeit zu spielen und zu entdecken. Manche Kinder haben ja schon Stress mit den vielen Kursen, die sie besuchen sollen. Kein Kind muss alles können oder kennen. Das wichtigste ist es Stärken zu stärken. Wofür sich ein Kind besonders interessiert, ist die Richtung, die Erwachsene unterstützen sollten.

Im Dezember 1996 wurden Sie zum 1. Österreichischen Unicef-Botschafter ernannt. Wie sieht diese Funktion in der Praxis aus?

Als UNICEF- Botschafter unterstütze ich auf verschiedene Arten Projekte, die UNICEF so erfolgreich weltweit betreibt. Bei meiner Reise nach Ghana konnte ich verschiedene Projekte vor Ort besuchen und habe einen sehr bleibenden und tiefen Eindruck gewonnen. Jeder UNICEF – Botschafter gestaltet diese Aufgabe anders. Ich bin jemand, der über die Projekte erzählt, damit Menschen vor allem nachempfinden können, was sich dort alles Gutes und Wichtiges tut.

Am 20. November 1989 wurden die Kinderrechte unterzeichnet. Was hat sich seitdem getan?

Es ist vielen Menschen etwas klarer geworden, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern kleine Menschen mit ihren ganz eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Ansprüchen. Das bei uns selbstverständlich ist, ist es in anderen Ländern nicht. Aber auch bei uns war es wichtig zu zeigen, dass Kinder immer das Recht auf Anhörung haben. In einem Streitfall über das Sorgerecht genauso, wie in jeder Familie. Die Kinderrechte konnten schon viele Kinder weltweit vor Willkür und Ausbeutung schützen. Es gibt aber noch viel zu tun.

Neben Kinderbüchern schreiben Sie seit 2017 auch sehr erfolgreich für ein erwachsenes Publikum. Wie haben Sie es geschafft, jetzt auch für Erwachsene zu schreiben?

Ich bin ein Geschichtenerzähler. Beim Schreiben stelle ich mir immer mein Publikum vor. Ich sehe mich vor Menschen stehen und will mit meinen Geschichten ihre Augen zum Leuchten bringen. Der Mut, Bücher für Erwachsene zu schreiben, musste ihn mir erst reifen. Vor zehn Jahren hätte ich nie damit gerechnet, dass ich so viele Ratgeber zum Thema Lebensfreude einmal schreiben werde. Damals habe ich aber auch schon vielen Menschen in meinem Umkreis erzählt, was ich gelernt habe und was mein Leben bereichert und erleichtert hat.

Ihre Erlebniswelten am Flughafen Wien oder auch die Abenteuer-Wanderwege in Serfaus-Fiss-Ladis sind sowohl bei Kinder als bei Erwachsenen äußerst beliebt. Wie gehen Sie dabei vor? Was ist wichtig, damit man alle Altersgruppen begeistern kann?

Die Erlebnisprojekte, die ich in den vergangenen Jahren entwickelt habe und von denen gerade neue entstehen, sind im Grunde immer Geschichten. Das Abenteuer Flughafen. Fantastische Welten in den Bergen. Um Familien anzusprechen ist es wichtig, in Gestaltung und Humor den Nerv von Kindern genauso zu treffen wie von Erwachsenen. Grundsätzlich haben Erwachsene das Bedürfnis, komplizierte Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen” zu können. Dieses Erlebnis vermittle ich gerne. Kinder interessieren sich nicht für Jahreszahlen oder Maße. Vergleiche, die Zeit, Gewicht und Größe vorstellbar machen, schätzen Erwachsene genauso wie Kinder. Meine Wissenssendungen im Fernsehen werden von mindestens so vielen Erwachsenen wie Kindern gesehen. Oft bekomme ich die Aussage zu hören: jetzt verstehe ich endlich, was ich im Physik oder Chemie Unterricht nicht verstanden habe.

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