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Soziale Verantwortung

Spenden macht glücklich

unsplash/ annie spratt

Spenden ist eine Wissenschaft für sich, nützt aber im Idealfall beiden Seiten. So karitativ sind die Österreicher zur Weihnachtszeit.

Eines steht fest: Spenden macht glücklich. Denn: Wer sich um das Wohlergehen seiner Mitmenschen kümmert, ist glücklicher als jemand, der meist nur an sich selbst denkt. Das ergab eine Studie von Schweizer Forschern. Das wohlige Gefühl, welches bei altruistischen Handlungen entsteht, wird von Verhaltensökonomen als „warm glow“ bezeichnet und kürzlich genauer unter die Lupe genommen: Sie gaben 50 Versuchspersonen vier Wochen lang Geld. Die Hälfte musste es für andere verwenden. Die andere Hälfte durfte das Geld ausschließlich für sich selbst ausgeben. Anschließend sollten sie Entscheidungen fällen, bei denen Großzügigkeit eine Rolle spielte und zusätzlich angeben, wie glücklich sie sich dabei fühlten.

Großzügigkeit gibt Glücksgefühle

Das Ergebnis: Jene, die das Geld für andere ausgeben sollten, waren bereit, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, um jemandem etwas Gutes zu tun und fühlten sich glücklicher als die Vergleichsgruppe, welche sich dazu verpflichtet hatte, sich selbst zu beschenken. Zusätzlich konnten die Forscher bei den „Großspendern“ erhöhte Gehirnaktivität feststellen: sowohl in jenen Regionen, die mit großzügigem Verhalten in Zusammenhang stehen, als auch in jenen, die eine wichtige Rolle im körpereigenen Belohnungssystem spielen. Diese erhöhten Aktivitäten in beiden Regionen lassen ebenfalls auf einen Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl schließen.

Spendabel wie nie

Im November wurde eine Prognose für das diesjährige Spendenaufkommen erstellt: Dieses wird erstmals die 700 Millionen Euro Marke erreichen – damit geben die Österreicher doppelt so viel wie vor 10 Jahren und die Spendenbeteiligung bleibt auf Rekordniveau. Im Bundeslandvergleich hat Wien den höchsten Anteil an Spendern, die Westösterreicher zeigen sich bei der Spendenhöhe am spendabelsten. Das kann auch gerne so bleiben, denn Österreich ist eines der sichersten Spendenländer: bereits drei von vier der 100 größten NPOs tragen das Österreichische Spendengütesiegel. 

Unter Jugendlichen spielt sich soziales Engagement vermehrt im Internet ab. Sie nutzen Online-Spendenplattformen, die für konkrete Projekte werben, und Apps, die über Mikrospenden funktionieren. Während der Erlagschein bei älteren Menschen nach wie vor die wichtigste Spendenmethode ist, nutzen ihn nur noch 14,4% der Jugendlichen.

So spendet man richtig

Wie entscheidet man sich, wen man dieses Jahr unterstützen möchte? Wenn Spender eine Organisation nicht kennen, empfiehlt es sich, auf das Gütesiegel zu achten, das einen verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern garantiert. Ansonsten gilt: Beim Spenden am besten auf’s Herz hören – was möchte man erreichen? Einzelne großzügige Spenden sind effizienter als viele kleine Beträge und ermöglichen den Organisationen eine längerfristige Planung. Es empfiehlt sich, zeitnah zu spenden: Wer bis Ende Dezember gibt, kann die Spende noch 2019 von der Steuer absetzen.

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