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Think Green

Less talk, more action

Fotos & Zitate: © R20AWs

Der ehemalige Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg nutzten die Gelegenheit beim dritten R20 AUSTRIAN WORLD SUMMIT und richteten sich mit einem dringenden Weckruf an alle Klimawandel-Skeptiker.

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Greta Thunberg

“Wir müssen es beim Namen nennen: Es ist ein Notfall! Wir Kinder sind keine politischen Entscheidungsträger, ebenso wenig die Wissenschaftler, aber viele von Ihnen hier sind es. Die Leute hören auf Sie, aber die meisten von Ihnen haben es verabsäumt, diese Verantwortung wahrzunehmen. Wir jungen Leute werden nun aktiv und wir versprechen, wir lassen Sie damit nicht länger durchkommen!“

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Arnold Schwarzenegger

“Es ist an der Zeit, dass sich alle Zweifler und Umweltverschmutzer uns anschließen, um gemeinsam voranzukommen. Wir bitten euch, damit aufzuhören, die Menschen über Klimawandel und Umweltverschmutzung zu belügen und ihnen Lösungen anstelle von Bullshit anzubieten. Wir bitten euch, die Trends zu sehen und euch dem Weg des Fortschritts anzuschließen, anstatt zu versuchen, uns bei jeder Gelegenheit zurückzuhalten. Wir bitten Euch, euch darauf vorzubereiten, nicht mit der Verschmutzung der Welt, sondern mit einer sauberen Wirtschaft der Zukunft Gewinne zu erzielen und Arbeitsplätze zu schaffen.“

Im August 2018 hat Greta Thunberg ihren „Schulstreik für das Klima“ gestartet und so eine weltweite Bewegung für eine bessere Klimapolitik angestoßen. Hunderttausende Kinder und Jugendliche in mehr als hundert Ländern haben es ihr gleichgetan: Statt in die Schule gingen sie in den vergangenen Monaten auf die Straße, um mehr Klimaschutz von ihren Regierungen einzufordern. Dabei stellen sie das dar, was offenbar in unserer Gesellschaft fehlt: eine Brücke von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit. Denn die Wissenschaft ist sich über die Basisfragen zum Klimawandel einig wie selten. Nur kommt davon in der Öffentlichkeit kaum etwas an. Für alle Zweifler also hier noch einmal die wichtigsten Argumente:

  1. Wetter und Klima sind nicht dasselbe. Wetter ist chaotisch, aktuell und von vielen Faktoren beeinflusst. Klima ist der Durchschnitt von Wetterdaten aus 30 Jahren. Ändern sich Klimadaten, beeinflusst dass das Klima langfristig und das Wetter kurzfristig. Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre beispielsweise sorgen im globalen Durchschnitt für eine Erwärmung der Erde, weil besagte Atmosphäre reguliert, wie Sonnenstrahlung eintreten bzw. Wärmestrahlung austreten kann. Bis Ende des 21. Jahrhunderts kann sich die Erdoberfläche übrigens um bis zu 5,4 Grad Celsius erwärmen, sollten die Treibhausemissionen weiterhin im gleichen Maße zunehmen. Eine Erwärmung um 2 Grad Celsius ist die anerkannte Grenze für eine Temperaturerhöhung, die noch nicht zu irreparablen Schäden führt …
  2. Der CO2-Ausstoß ist nicht zu verhindern. Denn jedes Lebewesen, auch der Mensch, atmet Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Und das gar nicht so wenig: 770 Milliarden Tonnen CO2 setzt die gesamte Biosphäre jährlich etwa um. Doch dieses auf natürlichem Wege gebildete CO2 wird auch wieder auf natürlichem Wege gebunden, wenn es in Holz eingelagert und in Böden oder Ozeanen gespeichert wird. Die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl setzt aber das CO2 aus gerade diesen Speichern frei – im Jahr ca. 22 Milliarden Tonnen – und bringt deshalb die eigentlich ausgeglichene Kohlenstoff-Bilanz der Atmosphäre durcheinander.
  3. Wärmeres Klima bringt ohne Frage Vorteile mit sich: längere Vegetationsperioden, weniger Heizbedarf, mehr Urlaubsstimmung. Das gilt aber nur für Länder der höheren Breitengrade wie Nordeuropa. Die Mittelmeerregion erleidet verstärkte Hitzewellen, Dürre, Wasserknappheit, wenn die Temperatur ansteigt. Von den Trockengebieten der Erde ganz zu schweigen. Pflanzen profitieren von höheren Temperaturen und mehr Niederschlag – allerdings nur bis zu einer Grenze. Ab drei Grad Temperaturanstieg leiden auch Pflanzen unter der Hitze, sie geraten in Hitzestress und setzen mehr CO2 frei als sie binden.
  4. Klimaänderungen sind völlig natürlich. Es gab sogar schon deutlich wärmere Zeiten auf der Erde vor 54 bis 48 Millionen Jahren (im frühen Eozän): Damals lagen die Temperaturen bis zu 14 Grad höher, die Polkappen schmolzen fast vollständig ab. Umfasste jene Warmzeit aber einen Zeitraum von etwa 6 Millionen Jahren, betrachten wir bei unserer derzeitigen Erderwärmung kaum mehr als 100 Jahre! Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Fluten, Winterstürme und Waldbrände nehmen zu. Die Anpassung von Flora und Fauna an veränderte Umweltbedingungen ist zwar möglich, doch Evolution ist ein langsamer Prozess und der Klimawandel vollzieht sich sehr schnell. Viele Arten können bei diesem Tempo nicht mithalten.
  5. Der Klimawandel lässt sich stoppen. Dass der Mensch Mitverursacher der Klimaerwärmung ist, wird nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Folglich hat er auch Steuerungsmöglichkeiten: Der einfachste Weg ist, die CO2-Produktion zu drosseln und Treibhausgasemissionen zu reduzieren, indem Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Waldrodungen müssten sofort unterlassen werden, denn der (Ur-)Wald stellt ein bedeutendes, wenn nicht sogar wesentliches Element unseres Ökosystems dar. Und auch bei Industrie und Verkehr muss die Reduktion der Emissionen in den Vordergrund rücken.


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